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Weltcup Kanu-Marathon 2010 das war der erste Tag
Kanumarathon - World Cup
Samstag, den 24. Juli 2010 um 19:32 Uhr

kanumarathon_brandenburger_regattenBjoern_Kronberg_ICF

 

Mit kurzen Begrüßungsansprachen durch den stellvertretenden Oberbürgermeister der Gastgeberstadt, Steffen Scheller, den Präsidenten des Deutschen Kanu-Verbandes Thomas Konietzko und den Verantwortlichen für Kanu-Marathon der Internationalen Kanu-Förderation (ICF), Björn Kronberg, wurde der zweite Weltcup 2010 im Kanu-Marathonrennsport am Abend des 23.07. auf der Regattastrecke Beetzsee feierlich eröffnet.

 

Den Organisatoren und ca. 50 Helfern des Regattateams Brandenburg Beetzsee e.V. wurde ebenso der Dank für die gute Vorbereitung dieser internationalen Veranstaltung ausgesprochen wie dem unterstützenden Landessportbund und der Stadt Brandenburg. Den knapp 130 Aktiven, die auf dem Beetzsee in 113 Einer- und Zweierbooten das letzte internationale Kräfteamessen der Leistungsklasse und Junioren vor den im September in Banyoles/ Spanien stattfindenden Weltmeisterschaften im Kanu-Marathon bestritten, wurde von den Offiziellen viel Erfolg unter besten Wettkampfbedingungen gewünscht.

 

Fahrnentraeger_SchwedenNach Flaggenhissung mit Abspielen der deutschen Nationalhymne begrüßte das Publikum auf der Tribüne die einmarschierenden Fahnenträger der teilnehmenden 13 Nationen ebenso mit herzlichem Beifall wie die anschließenden Darbietungen der Mädchen-Tanzgruppe und der zwei Marghonas mit ihren fliegenden Autorädern. Im Vorfeld der Rennen über 17,2 km (Junioren) bis 30,1 km (Leistungsklasse) erhoffte sich der Trainer der spanischen Auswahl, Juan Carlos Martinez, ein gutes Abschneiden seines Teams. „ Mindestens drei Medaillen, wenn möglich goldene, wollen wir vom Beetzsee mitnehmen“, war seine Prognose. Das waren keineswegs bloße Wunschvorstellungen, denn seit Jahren gehören die spanischen Rennpaddler zu den weltweit Erfolgreichsten im Kanu-Marathon. Etwa 1000 Kanu-Athleten des Landes richten ihr Training speziell auf diese lange Strecke aus. „Als stärkste Konkurrenten beim Weltcup in Brandenburg erwarte ich das deutsche und das französische Team“, schätzte Juan Charlos Martinez. Dabei hatte er sicherlich nicht nur die zahlenmäßige Stärke der beiden Mannschaften im Auge, denn mit 27 Aktiven schickte die deutsche Auswahl die größte Anzahl von Sportlern an den Start, gefolgt von Frankreich (25) und Spanien (23).

 

Kanu-Marathon_Nationalmannschaft_Spanien_2010Wenngleich von den spanischen Sportlern nach Aussage ihres Trainers jeder die Möglichkeit und das Können hat, sich in Brandenburg eine gute Ausgangsposition für die Teilnahme an den Weltmeisterschaften zu schaffen, fällt wohl die endgültige darüber erst bei den spanischen Meisterschaften im August. Zwei seiner Schützlinge, die erstmals einen internationalen Kanu-Marathon-Wettkampf bei der Leistungsklasse bestritten, drückte er jedoch besonders die Daumen. Das sind die erst 18-jährige Lucia Ribera Garcia im Einerkajak und der 22-jährige Canadierfahrer Juan Rodriguez Martin. Letzterer hatte sich im C1 auf dem Beetzsee nicht nur mit seinem spanischen Teamgefährten Alvaro Rodriguez Rica, sondern auch mit den drei deutschen Athleten Matthias Ebhardt, Tom Siebeneicher und Michael Franz auseinander zu setzen.

 

Am ersten Wettkampftag konnten aber weder Lucia Ribera Garcia mit 11:32 Minuten Rückstand auf die Erstplatzierte und damit Rang 6 noch Juan Rodriguez Martin mit Platz 7 und 13.49 Minuten hinter dem Sieger, die Erwartungen ihres Trainers erfüllen. Vielmehr stellten das deutsche Team mit drei Goldmedaillen und die französische Mannschaft mit einer Gold-, drei Silber- und zwei Bronzemedaillen unter Beweis, dass Juan Charlos Martinez zumindest mit seiner Einschätzung bezüglich der sportlichen Konkurrenten richtig lag.


Maxi_Auerbach_Weltcup_Siegerin_K1Für einen der deutschen Siege sorgte im K1 die Juniorin Maxi Auerbach, die mit 3 Sekunden Vorsprung die Goldmedaille auf der 17,2 Kilometer langen Strecke vor der Französin Ines Devraine erkämpfte. Die Magdeburgerin Fredericke Leue, die bis zur letzten Runde dicht beisammen mit der späteren Zweitplatzierten Judit Kollar (Ungarn) lag, holte bei ihrer Goldfahrt im Einerkajak der Leistungsklasse auf der letzten Runde der 25,8 Kilometerdistanz noch 42 Sekunden Vorsprung heraus.

 

Die unumstritten souveränste Leistung, nicht nur des deutschen Teams, vollbrachte jedoch Canadierfahrer Matthias Ebhardt. Von Beginn an in Führung liegend baute er im C1 seinen Vorsprung auf den Silbermedaillengewinner Mathieu Beugnet (Frankreich) auf 02:03 Minuten im Ziel aus. Der Pole Mateusz Kaminski überquerte als Dritter sogar erst 05:11 Minuten später die Ziellinie. Der Neubrandenburger Kajakfahrer Sebastian Lindner wurde dagegen für seine kämpferische Leistung über die 30,1 Kilometer nicht belohnt. Bis zur letzten Portage paddelte er stets in einer sechs Mann starken Spitzengruppe und fuhr anfangs der Schlussrunde sogar einen kleinen Vorsprung gegenüber seinen Konkurrenten heraus. Auf der Zielgeraden reichte es allerdings trotz großartigen Einsatzes mit sechs Sekunden Abstand auf den siegenden Benjamin Brown (Großbritannien) leider nur zum undankbaren fünften Platz.

 

Die weitere Medaillenverteilung am ersten Wettkampftag sah die polnische Mannschaft auf Rang drei (je eine Gold-, Silber- und Bronzemedaille) vor Großbritannien (1/ 0/ 0), Tschechien (0/ 1/ 1), Ungarn (0/ 1/ 0) sowie Italien und Finnland (je 0/ 0/ 1).

 

Autor: Günter Welke

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